










Threonin ist eine essenzielle Aminosäure, die vom tierischen Organismus nicht selbst synthetisiert werden kann. In der Schweine- und Geflügelernährung gilt es im Allgemeinen nach Lysin und Methionin als die drittlimitierende Aminosäure. Threonin spielt eine wichtige Rolle bei der Proteinsynthese, der Bildung von Immunglobulinen sowie bei der Erhaltung und Regeneration der Darmschleimhaut. Als wichtiger struktureller Bestandteil von Muzinen und Immunglobulinen unterstützt Threonin die Muzinbildung durch intestinale Becherzellen und trägt damit zur Aufrechterhaltung der Darmbarriere und der natürlichen Abwehr gegenüber Krankheitserregern sowie zur Darmgesundheit bei.
In proteinreduzierten Rationen ermöglicht eine bedarfsgerechte Threoninergänzung eine Verringerung des Einsatzes von Sojaextraktionsschrot und des Rohproteingehalts, während Wachstum und Futterverwertung erhalten beziehungsweise unterstützt werden können. Eine effizientere Stickstoffverwertung kann zudem die Stickstoffausscheidungen reduzieren und damit zu einer umweltverträglicheren Tierproduktion beitragen.
Threonin in Futtermittelqualität wird überwiegend in Form von L-Threonin (Gehalt ≥ 98,5 %) eingesetzt. Nach Lysin und Methionin zählt es weltweit zu den am häufigsten eingesetzten Aminosäuren in der Tierernährung und findet breite Anwendung in Rationen für Ferkel, Mastschweine, Sauen und Mastgeflügel.