











Magnesiumsulfat ist in der Futtermittelindustrie eineschnell wirkende, hoch bioverfügbare und wasserlösliche Magnesiumquelle,die zugleich die ergänzende Funktionvon Schwefel (S)erfüllt. Der entscheidende Vorteil gegenüber Magnesiumoxid liegt inseiner extrem hohen Löslichkeit und der raschen Resorption.Es ist nicht nur hocheffizient an über 300 enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt (z. B. Energiestoffwechsel, Proteinsynthese, neuromuskuläre Stabilität) und erhält die Knochenstärke sowie die Beruhigung des Tieres, sondern dient auch alsZusatzstoff der ersten Wahl zur akuten Vorbeugung und Notfallbehandlung von Hypomagnesiämie (Weidetetanie) bei Wiederkäuern(eine schnelle Verabreichung ist über das Tränkwasser oder flüssige Fütterungssysteme möglich). Darüber hinaus ist der enthaltene Schwefel ein Schlüsselelement für die Synthese schwefelhaltiger Aminosäuren (wie Methionin, Cystein) und bestimmter Coenzyme und trägt zur Aufrechterhaltung der mikrobiellen Proteinsynthese-Effizienz im Pansen sowie des Elektrolytgleichgewichts in der Ration (DEB) bei. Gerade wegen seiner osmotisch abführenden Salzeigenschaftkann eine Überdosierung jedoch sehr leicht Durchfall auslösen und die Calcium- und Phosphor-Absorption beeinträchtigen.Daher ist die Zugabemenge in Mischfuttermitteln im Vergleich zu Magnesiumoxid meist strenger limitiert und eher auf akute oder präzise Korrekturzwecke ausgelegt; bei der Rezepturgestaltung ist besonders auf die Gewichtsumrechnung aufgrund des Kristallwassergehalts sowie auf das Problem der Hygroskopizität und Klumpenbildung zu achten.