Vitamin B9 (Folsäure) ist ein essenzielles wasserlösliches Vitamin in der Tierernährung. Als Schlüssel-Coenzym für die Übertragung von C1-Einheiten spielt es eine zentrale Rolle bei der Synthese von Nukleinsäuren (DNA/RNA), im Proteinstoffwechsel sowie bei Zellteilung und -proliferation. In der Tierproduktion ist es unverzichtbar für schnelles Wachstum (insbesondere bei Jungtieren), eine normale Blutbildung (Anämieprävention) und eine gute Reproduktionsleistung. Konkret unterstützt Folsäure die frühe Embryonalentwicklung und senkt Missbildungsraten, steigert die Legeleistung und Schlupfrate bei Zuchttieren und fördert die Gesundheit von Haut und Fell. Ein Mangel führt zu Wachstumsverzögerungen, Anämie, Fruchtbarkeitsstörungen (wie Embryonalsterben oder verminderter Spermaqualität) sowie gestörter Feder- oder Haarentwicklung. Während Pansenmikroben bei Wiederkäuern teilweise Folsäure synthetisieren können, sind Monogastrier (wie Schweine und Geflügel) auf eine exogene Zufuhr angewiesen. Der Bedarf steigt unter Hochleistungsbedingungen, bei gestörter Darmgesundheit oder bei Antibiotikaeinsatz. Daher ist eine gezielte Ergänzung im Alleinfutter erforderlich, besonders in Rationen für Zucht-, trächtige und schnell wachsende Tiere.